Havarie der Mytilus am 19.5.2016

Neuigkeiten vom 20.7.2016

Geschafft! Nach einer erfolgreichen Reparatur unseres, durch die Havarie am 19.5. verursachten Schadens an der Mytilus, ist das Schiff seit nunmehr 3 Wochen wieder in Fahrt und befindet sich derzeit in Schwedischen Gewässern, um vermutlich Ende Juli in Stockholm von einer Crew an die nächste (meine!) übergeben zu werden. 7 Wochen der Saison sind somit leider sprichwörtlich ins Wasser gefallen- meiner überschlägigen Rechnung nach waren von den Absagen der Törns rund 80 Personen unmittelbar betroffen. Hintergründig gab es eine intensive Kommunikation mit Versicherungen, Anwälten und Behörden.

Trotz all dieser Umstände bleibt hervorzuheben, dass wir froh darüber sind, dass es keinen Personenschaden bei der Havarie gab. Weiterhin erlebten wir eine große Anteilnahme und Hilfsbereitschaft- vielen Dank an euch alle dafür! Die Ermittlungen der Wasserschutzpolizei dauern an, eine Untersuchung der Havarie durch die Bundesstelle für Seeunfalluntersuchungen erfolgt unseres Kenntnisstandes nach ebenfalls. Zusammengefasst wird sich dann darin lesen lassen, was im Einzelnen zu diesem Unglück beitrug.

wolle (Wolfgang Schulz), der sich wie Bolle auf Stockholm, die Schären und vor allem auf Mytilus freut!

Neuigkeiten vom 30.5.2016

Der erste Schreck ist verflogen- wir sind froh und dankbar, dass niemand bei der Havarie, an der Mytilus am 19. Mai diesen Jahres beteiligt war, verletzt wurde.

Was geschah am 19. Mai? Mytilus war mit einer 8 Personen umfassenden Gruppe bayerischer Pfadfinder, allesamt junge Erwachsene, von Sonderborg auf Alsen am Vormittag gestartet.

Am Nachmittag, gegen 16:00 Uhr kreuzte die 2-köpfige Stammcrew mit dieser Gruppe nördlich des Geltinger Birk gegen einen schwachen Wind (ca. 2 bft) von SE. Die Sicht war gut.

Nach einer Wende lag ein Kurs von 30-40 Grad an, Mytilus bekam Wind von stb. Aus Richtung des LF Kalkgrund lief eine Segelyacht ausschließlich unter Maschine (also rechtlich ein Maschinenfahrzeug) mit augenscheinlich hoher Geschwindigkeit, in zunächst sicherer Entfernung, auf Mytilus zu.

Es handelte sich dabei, wie sich später heraus stellte, um eine Beneteau 60 (ca. 18m Lüa, ca. 22to Verdrängung). Da sich eine stehende Peilung zu diesem Maschinenfahrzeug ergab und es sich weiter mit unverminderter Geschwindigkeit näherte, wurde vom Schiffsführer der Mytilus das Signal „5x kurz“ gegeben, womit ein Kurshalter den Ausweichpflichtigen auf genau diese Pflicht hinweist. Es gab an Bord des Maschinenfahrzeugs keine Reaktion. Kurs und Geschwindigkeit wurden beibehalten.

Ein erneutes Signal zeitigte den gleichen (Miß-)Erfolg.

Ein nun eingeleitetes „Manöver des letzten Augenblicks“ an Bord der Mytilus zeigte aufgrund der Trägheit der Mytilus bei schwachem Wind und der hohen Geschwindigkeit des Maschinenfahrzeugs nicht die gewünschte Wirkung- der Kollision auszuweichen. Nahezu in einem 90 Grad-Winkel traf das Maschinenfahrzeug mit seinem Bug die Backbordseite der Mytilus.

Mytilus und das Maschinenfahrzeug schlugen leck. Nach kurzem Informationsaustausch fuhr das schwer beschädigte Maschinenfahrzeug in Richtung Flensburg davon, um nach kurzer Fahrt „Mayday“ zu funken.

Auf Mytilus wurden derweil die Segel geborgen und mit der Leckbekämpfung, zunächst mit händisch zu bedienenden Lenzpumpen, begonnen. Der Schiffsführer steuerte Mytilus derweil in flaches Wasser, um ggf. das Schiff kontrolliert auf Grund setzen zu können.

Als erste Rettungskräfte der Küstenwache und der DGzRS Mytilus erreichten, war aufgrund eines von der Crew der Mytilus ausgebrachten Lecksegels und des Einsatzes sowohl der bordeigenen Motorlenzpumpe, als auch einer ebenfalls bordeigenen mobilen, elektrischen Lenzpumpe der Wassereinbruch bereits stabilisiert worden, d,h. er stieg nicht mehr an. Es musste keine Person von Bord der Mytilus gerettet werden.

Unter Begleitung des Rettungsboots „Jens Füerschipp“ bis zur Schleimündung, fuhr Mytilus nach Maasholm. Hier wurde das Leck von Bootsbauern der Modersitzki-Werft zunächst provisorisch verschlossen und die Mannschaft der Mytilus verbrachte die Nacht zunächst noch in dem im Hafen liegenden Schiff.

Tags darauf wurde Mytilus auf den Slip der Modersitzki-Werft genommen. Die Gruppe nutzte das Schiff noch bis Sonntag als „Hotel Mytilus“ und unternahm Ausflüge in die Umgebung.

Es müssen Planken des Rumpfes der Mytilus ausgetauscht und die umfangreich zerstörte Schanz wieder aufgebaut werden. Diese Arbeiten werden fachgerecht auf der Modersitzki-Werft ausgeführt.

Die Reparatur wird frühestens in der 25. KW abgeschlossen sein und wir hoffen, ab der 26. KW wieder in Fahrt zu gehen. Der Plan steht, weiterhin nach Ostschweden zu fahren. Wir werden allerdings später und für einen kürzeren Aufenthalt die Aaland-Inseln erreichen. Die betroffenen Gruppen sind von ihren jeweiligen Schiffsführern informiert.

Unsere Stammcrew hat vorbildlich auf den Seenotfall reagiert- die an Bord befindliche Gruppe hat sich hervorragend eingebracht. Dies wurde uns auch von außen stehendem, berufenem Munde mitgeteilt. Wir sind überzeugt, dass dies auch auf der der guten seemännischen Ausbildung unserer SchiffsführerInnen und Bootsleute fußt.

Die Bundesstelle für Seeunfalluntersuchungen haben wir über die Havarie informiert. Wir wollen- unabhängig von der Frage nach der Verursachung- unseren Schluss aus diesem Unglück ziehen und dazu lernen.

Im Namen des Vorstandes, wolle (Wolfgang Schulz), 1. Vorsitzender

Meldung vom 20.5.2016

Traurig, aber wahr... Gestern, am 19.05.2016, kurz nach 16:00 Uhr (14:00 UTC) havarierte Mytilus nahe des LF Kalkgrund, das die gleichnamige Untiefe und die Ansteuerung der Flensburger Förde markiert. Eine in Motorfahrt befindliche Segelyacht kollidierte mit der bei Schwachwind segelnden Mytilus. Es wurde niemand verletzt, was wir als maßgeblich betrachten. An Bord der Mytilus befand sich neben der 2-köpfigen Stammcrew eine Pfadfindergruppe aus Bayern.

Der durch die Havarie entstandene Schaden führte bei beiden Schiffen zu einem erheblichen Wassereinbruch. Es wurde ein "Mayday"-Ruf abgesetzt. Mit Unterstützung hinzugekommener Schiffe, die sich im näheren Umfeld befanden, der DGzRS und der Küstenwache gelang es beide Schiffe insoweit zu stabilisieren, dass sie nicht sanken. Ein großes Dankeschön an alle beteiligten, helfenden Hände!

Mytilus fuhr dann mit eigener Kraft die Modersitzki-Werft in Maasholm, wo das Schiff zunächst notdürftig abgedichtet wurde und im Verlauf des 20.05. geslippt wird.

Aussagen, hinsichtlich der Verursachung dieses schweren Seeunfalls, treffen wir an dieser Stelle nicht. Die Wasserschutzpolizei ermittelt und die Bundesstelle für Seeunfalluntersuchungen (BSU) hat Kenntnis bekommen.

Der Törnplan dieses Jahres ist durch diese Havarie durcheinander geworfen. Den Gruppen, die in den kommenden 4 Wochen gefahren wären, haben wir bereits abgesagt, aber auch für die später in der Saison fahrenden Gruppen ergeben sich Konsequenzen- die vereinbarten Übergabehäfen werden z.T. nicht gehalten werden können. Nähere Informationen erhalten die Gruppen von den Schiffsführungen, bzw. unserer Törnplanung. Ab wann wir wieder in Fahrt gehen können ist noch nicht klar Nähere Informationen erhaltet ihr, sobald sie vorliegen, an dieser Stelle.

Gruß und Gut Pfad, wolle (Wolfgang Schulz), im Namen des Vorstandes